In Eschwege wird Gründern unter die Arme gegriffen

Zwei Projektförderungen stehen bereit

Seit 2019 steht die Projektentwicklungsgesellschaft Eschwege mbH (PEG) jungen Start-up-Unternehmen zur Seite und übernimmt für sie die ersten zwölf Monate
die Kaltmiete. Mit der Social-Media-Agentur „Maalia“ und den Gründerinnen von „Make-Cake“ konnte das Projekt „Durchstarten“ bereits zwei Erfolgsgeschichten schreiben.

Beide Unternehmen
haben sich mittlerweile nicht
nur in Eschwege etabliert,
sondern sind auch eine Größe
im Kreis geworden„,

freut sich Wolfgang Conrad, Geschäftsführer der PEG, Wirtschaftsförderer der Kreisstadt und Ideengeber des Projekts. Ziel der Aktion war und ist es aber weiterhin, die Altstadt Eschweges, aber besonders die Enge Gasse mit innovativen
und authentischen Geschäften zu füllen und so auch dem Leerstand entgegenzuwirken. Und diese Idee wird auch in diesem Jahr von zwei Start-ups gelebt!

Zwei neue Start-ups sind eingezogen

Der „Charisma Store“ von Heike Schilling und das Schuhreparatur & Schlüsseldienst-Geschäft der Familie Hanna. Beide nutzen die Unterstützung der Stadt Eschwege und hätten den Schritt der Expansion ohne die Förderung nicht gewagt. „Hätte es diese Möglichkeit nicht gegeben, dann wäre ich das Risiko mit Sicherheit nicht eingegangen. Besonders in der Corona-Zeit fehlt einfach die Kaufkraft und auch die Urlaubssaison war zu unserem Start noch nicht angelaufen“, so Heike Schilling. Durch das Projekt „Durchstarten“ kann sie nun die Miete einsparen und sich darauf konzentrieren durch die Corona-Krise zu kommen. Auch Mona Bahi vom Schuhreparatur & Schlüsseldienst Hanna findet nur gute Worte über das Programm: „Wir haben hier alles renoviert und neu gestaltet, wäre da die Miete noch dazu gekommen, hätten wir den Laden nicht auf die Beine stellen können.“

Dass die Geschäfte trotz der Corona-Krise eröffnen konnten, liegt auch an der Philosophie der Stadt Eschwege. Denn hier wollte man gerade wegen der Krise durchstarten und zeigen, dass auch in dieser wirtschaftlich schwierigen Zeit Neues
möglich ist.
Die Freude über den Erfolg des Projekts teilt Wolfgang Conrad und ein Ende der Idee ist noch nicht in Sicht, denn in der Engen Gasse ist noch Platz für ein oder zwei weitere Start-ups. Unbedingt muss der neue Standort aber nicht in der Engen Gasse sein, auch andere leerstehende Flächen können in gemeinsamer Absprache gefunden werden.

Unternehmer, die nicht
nur eine gute Idee und ein gutes
Konzept haben, sondern vielleicht auch eine Idee, die etwas
ungewöhnlich ist, können
sich gerne bewerben„,

erklärt der Geschäftsführer der PEG. Ideen für Outdoor-­Aktivitäten oder im Kreativ-­Bereich wären so zum Beispiel noch nicht im Programm vertreten. Die einzigen Bedingungen für die Gründer sind, dass sie über 18 Jahre alt sein müssen
und die Idee grundsätzlich keine Konkurrenz zu den bereits bestehenden Geschäften in Eschwege darstellt.

Neues Innenstadt-Förderprogramm startet im September

Aber nicht nur Existenzgründern wird in Eschwege geholfen: Das neue Innenstadt-­Förderprogramm steht neben den besagten Start-ups auch den bestehenden Unternehmen aus den Branchen Facheinzelhandel, Dienst­leistungen, Handwerk, Gastronomie sowie Kultur- und Kreativwirtschaft offen und richtet sich an Kleinstunternehmen, kleine und mittlere Unternehmen sowie Freiberufler. Unter dem Namen Eschwege Programm | Innenstadt „Lokale Ökonomie“ stehen EU-Fördermittel aus
dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)
für Zuschüsse bis zu 25.000 Euro zur Verfügung. Gefördert werden in ausgewählten Gebieten der Innenstadt Erstinvestitionen und Investitionen in Umbaumaßnahmen oder in die Innenausstattung. „Das Programm haben wir schon einmal von 2010 bis 2015 durchgeführt und dabei 21 Geschäfte modernisiert oder neu geschaffen.“, so Conrad. In diesen fünf Jahren wurden 21 neue Arbeitsplätze geschaffen und zudem Investitionen von über einer Millionen Euro angeschoben. Ab dem 1. September diesen Jahres soll dieses Projekt nun wieder anlaufen. Als Neuerung kann bei Start-ups anstelle des Investitionszuschusses für sechs Monate die Miete übernommen werden.

Hier ist in der Stadt nicht nur ein Netzwerk zwischen uns als Koordinatoren und den Start-ups entstanden, sondern auch zwischen den Unternehmen in der Stadt. Alle sind froh über mehr Vielfalt in der Innenstadt“, erklärt Conrad.

Start-up-Unternehmer, die Interesse an dem Programm haben, können sich unter 05651/304337 oder wolfgang.conrad@rathaus-eschwege.de an Wolfgang Conrad wenden. „Wir beraten auch gerne, wenn die Frage im Raum steht, ob die Geschäftsidee oder die geplanten Investitionen zum Programm passen. Wir lassen unsere Start-ups nicht alleine und bleiben auch nach dem Projektende in ständigem Kontakt“, so der Initiator.