Wenn die Gedanken kreisen

Mit einfachen Tipps gegen die Corona-Krise im Kopf

Das Jahr 2020 war nicht einfach, denn unsere komplette Welt wurde auf den Kopf gestellt. Während sich viele Sorgen darum machen, wie sie ihre Figur trotz Schließung der Sport­vereine und Fitnessstudios beibehalten, gibt es viel mehr Menschen, die mit den psychischen Folgen der Krise zu kämpfen haben. Denn der Kopf steht derzeit selten still.

Die Corona-Krise hält uns auch am Ende des Jahres in Atem und die erneuten Beschränkungen des öffentlichen Lebens sind auch für den Kopf eine Belastung. Im Vergleich zu der Situation im Frühjahr kommt hinzu, dass die ernste Lage dieses Mal auch durch den Winter zieht, der viele Menschen sowieso schon betrübt. Umso mehr gilt es, achtsam mit sich selbst und seinen Freunden und Verwandten zu sein und mögliche Anzeichen psychischer Probleme ernst zu nehmen. Fachleute sind jedenfalls alarmiert.

Psychische Belastung in der dunklen Jahreszeit

„Die zweite Welle der Corona-Pandemie führt für alle Menschen zu einer langen und schwierigen Zeit der Anpassung“, erwartet der Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer, Dietrich Munz. Anders als im Frühjahr gibt es zudem keinen schnellen Rückgang der Ansteckungswelle. Das mache es schwieriger, psychisch gesund durch die Wintermonate zu kommen. Eine hohe Belastung, die nicht unterschätzt werden sollte!

Die Bedrohung durch Corona führe dazu, dass sich viele Menschen zurückziehen und irgendwie durchzuhalten versuchen, so Experten. Das sei bei psychischen Beschwerden jedoch nicht ratsam. Empfohlen wird, dass jeder, der sich psychisch mehr als zwei Wochen lang anders als normal fühlt, in die Sprechstunde einer
psychotherapeutischen Praxis gehen sollte.

Dass die eigene Belastungsgrenze überschritten ist, kann sich an unterschiedlichen Belastungssymptomen zeigen – dazu zählen unter anderem sozialer Rückzug, innere Unruhe, Angst, Anspannung, Erschöpfung und Resignation, aber auch körperliche Beschwerden wie Magenprobleme, Kreislaufschwäche, Tinnitus oder Allergieschübe.

Tipps gegen das Grübeln

Doch was hilft, wenn einem die ganze Situation über den Kopf zu wachsen droht? Zeit in der Natur zu verbringen ist ein großer Tipp der Experten, denn das helfe durch die Ruhe besonders dem eigenen Wohlbefinden. Und ausgedehnte Spaziergänge durch die Region lassen sich während der Pandemie auch wunderbar umsetzen!

In den eigenen vier Wänden sollte es sich zudem so gemütlich wie möglich gemacht werden, damit in den vielen Stunden zu Hause kein Lagerkoller auftritt. Helfen kann dabei auch ein Pandemietagebuch. Das Tagebuch kann einen nämlich nicht nur in zehn Jahren an die aktuelle außergewöhnliche Situation erinnern, sondern mit dem Schreiben kann man seinen Gefühlen zudem leicht Ausdruck verleihen! Interessant werden kann das später auch einmal für die eigenen Kindern, die die Situation bisher gar nicht so wirklich begreifen können.

Ein Tipp ist zudem für uns alle hilfreich: Schreibt auf, was ihr nach der Pandemie am liebsten tun wollt! Denn wir alle sehnen uns doch in die Zeiten zurück, als man Menschen noch ohne Angst umarmen konnte, oder nicht?!

Beziehung zu sich selbst stärken

Um sich und seinen Kopf aus dem ständigen Grübeln über die Situation herauszubekommen, ist es zudem wichtig, die Beziehung zu sich selbst zu stärken. Einige Minuten am Tag reichen dabei aus, um sich Gedanken darüber zu machen, ob man in der aktuellen Lage genug auf die eigenen Kosten kommt und wie man sich selbst etwas Gutes tun kann. Besonders hilfreich ist es dabei die sozialen Kontakte mit Telefonanrufen oder Videochats aufrecht zu erhalten.