Influencerin „Joschy_84“ berichtet aus ihrem Alltag als angehender Instagram-Star

Sie erobert das Netz im Sturm

Instagram, Facebook und Co. nehmen einen immer größeren Platz im Leben vieler Menschen ein. Influencer haben nicht nur hunderttausende Menschen, die ihren Profilen und damit ihrem Leben folgen, sondern laufen mittlerweile über rote Teppiche und sind die Idole der
Jugend. Doch wie sieht eigentlich das Leben hinter der Kamera aus?

Dem meinWMK stand Joanna Hanisevski dazu Frage und Antwort! Denn die 36-Jährige aus Bad Sooden-Allendorf ist auf Instagram als „Joschy_84“ unterwegs und hat mittlerweile über 220.000 Follower. Im Interview erzählt die dreifache Mutter und Restaurantbesitzerin, warum sie die App zu ihrem Beruf gemacht hat und wie sie Familie und Job unter einen Hut bringt.

Joanna, dir folgen hunderttausende Menschen auf Instagram. War es von Anfang an dein Ziel die App zu deinem Beruf zu machen und was bedeutet der Begriff „Influencer“ für Dich?

Als ich zum dritten Mal Mama wurde, lud ich mir Instagram herunter, weil ich den Austausch mit anderen Menschen gesucht habe. Mein Mann war viel arbeiten und ich oft alleine mit den Kindern zu Hause und die App war mein Kontakt zur Außenwelt. Damals wusste ich weder was ein Influencer ist, noch dass das zu einem späteren Zeitpunkt mal mein Job sein wird. Influencer zu sein bedeutet, Menschen zu beeinflussen und das tue ich tagtäglich bewusst und unbewusst. Mal inspiriere und motiviere ich, mal bringe ich die Menschen zum lachen, oder zeige, welche neuen Lippenstifte es zu kaufen gibt. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich das, was ich am meisten liebe, beruflich machen darf.

Tausende Augen begleiten so deinen Alltag. Entsteht da nicht der Druck, immer alles perfekt machen zu müssen?

Nein, ganz im Gegenteil. Mein Fokus liegt insbesondere darauf, den Menschen zu zeigen, dass sie nicht perfekt sein müssen, um gemocht oder geliebt zu werden. Ich zeige das Leben mit all seinen Facetten. Ich weine und lache mit den Menschen und versuche den Druck zu nehmen, sich immer mit allen vergleichen zu müssen.

Dabei lässt du deine „Uschis“, wie du deine Follower nennst, an vielem teilnehmen. Gibt es Dinge, die für dich strikt privat bleiben?

Alles was meine Person betrifft teile ich, weil es für mich kein Problem ist. Probleme von Familienmitgliedern oder Freunden hingegen lasse ich privat und um sie zu schützen. Auch wenn meine Kinder Probleme in der Schule oder ähnliches haben, würde ich das nie in die Öffentlichkeit tragen. Viele denken, ich würde 24 Stunden meines Lebens filmen, meist sind es aber tatsächlich nur kleine Ausschnitte aus dem Tag.

Gefallen wird das aber sicherlich nicht allen. Hast du mit Hasskommentaren zu kämpfen?

Gott sei Dank halten sich die Hasskommentare wirklich in Grenzen, aber natürlich gibt es sie. Anfangs hat es mich häufig verletzt. Mit der Zeit habe ich gelernt, dass diese Kommentare genau darauf abzielen. Sie kommen von Menschen, die unzufrieden mit sich und ihrem Leben sind und anonym im Internet ihren Frust rauslassen. Oder von Leuten, die immer etwas finden werden, was sie kritisieren können. Solche Kommentare haben nichts mit mir zu tun, sondern mit dem Menschen hinter der Tastatur.

Du lebst mit deinem Mann und deinen Kindern in Bad Sooden-Allendorf, mitten im WMK. Ist das eher ein Vorteil oder ein Nachteil, um bei Instagram Erfolg zu haben und Kontakte zu knüpfen?

Das Schöne an Instagram ist, dass man es von überall machen kann, egal wo man wohnt. Zum Kontakte knüpfen ist es zwar schwieriger, weil es für viele hier noch Neuland ist, aber zusammen mit den Mädels der Agentur Maalia aus Eschwege, sind wir dabei das Influencer-Marketing auch hier in der Region auszubreiten.

Und das Ganze machst du als Mutter, Ehefrau, Restaurantbesitzerin und Influencerin – das sind alleine eigentlich schon Berufe, die viel Zeit brauchen. Wie bekommst du das alles unter einen Hut?

Gar nicht! Das ist auch gar nicht möglich und muss ich auch nicht, irgendwas bleibt immer auf der Strecke. Meistens ist das der Haushalt oder die Zeit für mich selbst, aber das ist okay. Mein Fokus liegt immer auf den Kindern, auch wenn Instagram & Co. viel Zeit beanspruchen. Mein Hauptjob wird immer Mama bleiben.

Und genau dafür lieben dich deine Follower und die Zahl der Menschen, die dir folgen steigt immer weiter. Was sind deine Ziele für die Zukunft?

Ich bin unfassbar dankbar über jeden Menschen, der mit mir diesen Weg auf Instagram geht. Ich möchte weiter Menschen zum Lachen bringen und sie an traurigen Tagen motivieren, das Beste aus ihrem Leben zu machen. Für das kommende Jahr steht auch eine eigene Produktlinie auf dem Plan und wer weiß, vielleicht schreibe ich ja irgendwann ein Buch darüber, wie Instagram mein Leben verändert hat!