Glücksbooster, Herzenssache, Schönheitsserum aus der Bohne

Zartschmelzend zergeht sie direkt auf unserer Zunge und hinterlässt in uns ein Gefühl des Glücks: Schokolade. Inzwischen ist aus dem Luxusgut ein Massenprodukt geworden, das aber nichts von seinem edlen Geschmack eingebüßt hat. Diese Fakten zeigen, warum Schokolade so vieles ist, aber bestimmt kein Grund für ein schlechtes Gewissen.

Schokolade macht schön

Schokolade enthält unter anderem Polyphenole, aromatische Verbindungen, die freie Radikale abfangen und dadurch die Haut schützen. Als Gesichtsmaske beugt sie der Faltenbildung vor und wirkt entzündungshemmend. Durch den hohen Fettanteil ist Schokolade auch die perfekte Pflege für sprödes Haar.

Schokolade macht schlank

Schlanke Menschen gönnen sich Schokolade. Zurecht. Denn die enthaltenen Polyphenole – im Volksmund als Bitterstoffe bekannt – wirken sich positiv auf den Stoffwechsel aus. Und ein aktiver Stoffwechsel sorgt für eine schlanke Linie. Je höher der Kakaoanteil in der Schokolade, desto mehr Bitterstoffe und desto besser für die Figur.

Schokolade macht glücklich

Kakao enthält Theobromin. Chemisch ähnelt es dem Koffein und hat auch dessen anregende Wirkung. Die Naturstoffe Flavonoide wirken sich zudem positiv auf das Gedächtnis aus. Einige Studien sollen sogar gezeigt haben, dass Kakao die Symptome von Demenz lindert. Die Stoffe wirken sich auch positiv auf die Stimmung aus. Ihre Konzentration ist jedoch zu gering, um tatsächlich fürs Glücksgefühl verantwortlich zu sein. Forscher erklären den Glückseffekt psychologisch: Der Genuss von Schokolade ist im Gehirn der Konsumenten mit einem freudigen Gefühl verknüpft. 
Schokolade ist gut fürs Herz

Ein Herz für Schokolade zu haben, wirkt sich auch gut auf das lebenswichtige Organ aus. Denn die Polyphenole mindern die Fettablagerungen in den Blutgefäßen, verbessern die Gefäßfunktionen und mindern Entzündungen. Wer regelmäßig Schokolade mit einem hohen Kakaoanteil nascht, stärkt sein Herz.

Schokolade ist keine Sünde

Etwa 200 Jahre lang hat die katholische Kirche darüber diskutiert, ob Schokolade während der Fastenzeit erlaubt ist oder als Sünde gilt. Bis ins 19. Jahrhundert wurde Schokolade nur getrunken. Damit wäre sie als Getränk während der Fastenzeit erlaubt gewesen. Die strittige Frage lautete also: Ist Schokolade ein Getränk oder eine süße Speise? Papst Pius V. soll selbst ein großer Freund des Kakaos gewesen sein und die Diskussion beendet haben. Demnach ist Schokolade keine Sünde.

Deutschland ist DIE Schoko-Nation

Die Deutschen essen pro Jahr etwa 12,2 Kilo­gramm Schokolade und führen die Liebhaber-­Liste damit an. Ihnen folgen die Schweizer mit 11,7 Kilogramm und die Norwerger mit 9,6 Kilogramm.

Eckdaten der Schokoladengeschichte
Als etwa 3000 vor Christi die Olmeken im Tiefland der mexikanischen Golfküste die ersten Kakaobäume pflanzten, legten sie die Samen für eine lange und edle Genussgeschichte. Die ersten schriftlichen Überlieferungen und Rezepte für die Schokoladen-Zubereitung sind erst im Zeitalter der Maya, etwa 1000 Jahre später, entstanden. Auf Tongefäßen, die sie Verstorbenen ins Grab legten haben sie die Zubereitung des Kakaowassers dokumentiert. Und diese Zeichnungen zeigen: Die Maya genossen ihre Schokolade in vielen Varianten heiß, kalt, als Getränk oder Brei. Schokolade war in diesen frühen Zeiten jedoch keineswegs ein Massengetränk, sondern dem Adel vorbehalten. Auch bei den Azteken, die die Schokoladenkultur nach dem Untergang der Maya-Kultur weiterführten, änderte sich das nicht. Sie handelten sogar mit Kakaobohnen, die auch gern als Währung gesehen wurden. Der hohe Wert der Schokolade blieb bis ins 18. Jahrhundert erhalten. Erst 1728 entwickelte Joseph Storrs Fry in Bristol ein Verfahren, um Kakaobohnen günstig zu mahlen. Seine Erfindung war die Grundlage für die erste Schokoladenfabrik Fry and Sons, wo über hundert Jahre später, 1847, die erste Tafel Schokolade produziert wurde. Bis dahin war Schokolade ein Getränk. Da weder die Maya noch die Azteken Rohrzucker kannten, waren ihre Schokoladengetränke bitter. Zur
Süßigkeit wurde Schokolade erst mit den Spaniern. Sie mischten dem bitteren Trank Rohrzucker bei, der aus dem bitteren Trank ein süßes Vergnügen machte.

Bis 1847 wurde Schokolade nur als Getränk genascht. Die erste Tafel Schokolade ist in Bristol entstanden. Foto: pixabay