Reisethrombose mit Kompression vorbeugen

Das Thema Thrombose durch Langstreckenflüge hat verstärkt Aufmerksamkeit erhalten, nachdem vor einigen Jahren eine 28 Jahre alte Engländerin nach ihrem Rückflug aus den USA an einer Lungenembolie starb. Das medizinische Phänomen ist als „Touristenklasse-Syndrom“ bekannt und bezeichnet damit das Thromboserisiko, dass bei Langstreckenflügen besteht. Ist die Angst berechtigt und können Kompressionsstrümpfe davor schützen?

Sportler zählen zur Risikogruppe

Inzwischen gibt es Studien, die zeigen, dass sich Thromben (Gerinnsel) vor allen in den ersten drei Stunden der Reise bilden und im weiteren Verlauf gefährlich weiterentwickeln. „Durch den veränderten Luftdruck im Flugzeug kann das Blut- und Lymphsystem nicht richtig arbeiten“, erklärt (Vorname) Nicolai, Kompressions-Expertin im Team des Sanitätshaus Aktiv Pro. „Das Risiko für ein Blutgerinnsel im Bein- und Beckenbereich steigt.“ Zu den Thrombose-Gefährdeten zählen Immungeschwächte, Sportler, Senioren und Krebskranke. „Gerade für diese Risikogruppe empfehlen wird Kompressionsstrümpfe, wenn sie lange Reise im Sitzen vor sich haben. Die Strümpfe unterstützen den Blutfluss und eignen sich daher auch als Prävention für alle anderen Reisenden – ob gefährdet oder nicht“, sagt Nicolai.

Blutfluss gehemmt

Rund 100.000mal am Tag schlägt das Herz des Menschen und pumpt dadurch zehntausende Liter durch den Körper. Eine Thrombose entsteht, wenn das Blut an einer Stelle in den Arterien oder Venen gerinnt und sich ein Thrombus bildet. Bedingt wird das vor allem durch Bewegungsmangel, Entzündungen oder Verletzungen der Gefäße und die Blutzusammensetzung. „Haben wir zum Beispiel zu wenig getrunken, ist das Blut dicker und fließt entsprechend langsamer“, erklärt Nicolai.
„Deshalb neigen Sportler – das hängt natürlich auch von deren Veranlagung ab – zur Risikogruppe. Durch die Anstrengung können sie zu wenig Wasser im Blut haben.“
Generell gelten Bewegung und angepasstes Training jedoch als Thrombose-Prävention. Die Intensität, Veranlagung und der Wassergehalt im Körper sind dabei entscheidend. Sind Thrombose-Fälle bei Familienangehörigen bekannt, kann eine Veranlagung vorliegen. „Schwellen die Beine zudem im Sommer schmerzhaft an, sollte man die Thrombose-Neigung prüfen lassen“, sagt Nicolai.
Gefährlich wird ein Thrombus, wenn er wächst und durch seine Größe die Blutzufuhr zu einem Organ verhindert. Eine lebensbedrohliche Embolie entsteht, wenn er sich löst und in Herz oder Lunge gelangen.

Tipps gegen Reisethrombose

  • Viel trinken. Wasser macht Blut flüssig und bedingt somit einen guten Blutfluss.
  • Regelmäßig bewegen. Ab und zu aufstehen, mit den Füßen wippen, sie kreisen, die Wadenmuskulatur an- und wieder entspannen. All diese Übungen sind auch im Sitzen möglich und regen den Blutfluss an.
  • Bequeme Schuhe und Hosen, die nicht zu eng sitzen und dadurch den Blutfluss abdrücken. Besonders in den Kniekehlen können enge Hosen einen Blutstau verursachen.