Mit Anlauf in den Herbst

So haben Müdigkeit und Stimmungstief keine Chance!

Das trübe Wetter fördert besonders bei Senioren, die alleine oder krank sind, Depressionen, die einen schnell aus der Bahn werfen können. Schon bei den ersten Anzeichen auf den Herbstblues sollte deswegen ent­gegengesteuert werden und das auch mit der Unterstützung der Angehörigen.

Der Herbst ist in großen Schritten auf dem Weg, unseren Alltag zu bestimmen und damit fallen nicht nur die Blätter in den buntesten Farben von den Bäumen, es wird auch wieder kalt, nass und dunkel. Besonders bei Senioren kann dieses Phänomen dafür sorgen, dass die Stimmung schwankt und schnell in den Keller sinkt. Der sogenannte „Herbstblues“ ist im Alter nicht selten – aber was kann dagegen getan werden?

Mediziner bezeichnen als typische Alarmsignale beispielsweise schlechte Laune, Reizbarkeit, Traurigkeit, Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Antriebslosigkeit und manchmal Heißhunger.

Hinter den Depressionen steckt vor allem das fehlende Tageslicht, denn dem Gehirn fehlt das „Glückshormon“ Serotonin, außerdem gerät die innere Uhr aus dem Takt, wenn es plötzlich wieder viel früher dunkel wird. Gegen diese „Mini-Depression“ empfehlen Fachleute frische Luft und einen geregelten Tagesablauf.

Ein weiterer Faktor für die sinkende Stimmung in den kalten Jahreszeiten ist die Einsamkeit. Durch die Auflösung der traditionellen Familienstrukturen in den letzten Jahrzehnten, fehlt es Senioren nicht selten an sozialen Kontakten, Bewegungsmangel kann die Folge sein. Dadurch lässt auch der Antrieb nach, sich regelmäßige und abwechslungsreiche Mahlzeiten zuzubereiten. Das kann durch die fehlenden Vitamine und Mineralstoffe auch noch zu einer Schwächung des Immunsystems führen, was dafür sorgt, dass eine Erkältung schneller entstehen kann.

Bewegung in den Alltag bringen

Um all das nicht entstehen zu lassen, ist besonders eins wichtig: Abwechslung und Bewegung! Das schützt und stärkt nicht nur das Immunsystem, sondern unterstützt auch die Seele. Schließlich sorgt Abwechslung dafür, dass Langeweile nicht eintreten kann und man gar nicht erst dazu kommt, in dunklen Gedanken zu versinken! Wandern, Nordic Walking, Schwimmen oder Aqua-Gymnastik sind beispielsweise Sportarten, die bis ins hohe Alter betrieben werden können. Aber auch, wer sich nicht mehr so gut bewegen kann oder möchte, der muss nicht auf dem Sofa sitzen bleiben. Auch ein kleiner Spaziergang jeden Tag, kann wahre Wunder bewirken.

Dank des bekannten „Zwiebelprinzips“ gibt es im Grunde auch kein Wetter, das zu kalt für zumindest eine kleine Runde durch die Nachbarschaft ist. Dabei kann man nicht nur die Umgebung genießen, das vorhandene Sonnenlicht tanken, sondern kommt sicherlich auch mit den Nachbarn ins Gespräch und kann die soziale Anbindung verbessern.

Für Senioren, die aber schon unter Winter­depressionen gelitten haben ist besonders eines noch von großer Bedeutung: Den Druck herausnehmen. Oft sinkt die Stimmung bei
Betroffenen schon, wenn sie nur an die kalte Zeit denken und sie machen sich sofort Stress. Doch genau das sorgt nur erst recht dafür, dass die Depressionen ihren Anfang nehmen. Experten raten deswegen dazu, eine Überbelastung zu vermeiden. Niemand sollte sich zusätzliche Aufgaben auflasten, die dafür sorgen, dass der Stresspegel deutlich ansteigt.

Reisefreudige Senioren haben es sich in den vergangenen Jahren aber auch gerne in südlichen Regionen bequem gemacht und in der Sonne „überwintert“. Mit dem Coronavirus sollte die Reise aber vermieden werden – eine Lösung kann da auch eine Lichttherapie sein. Hierbei werden die Betroffenen 30 bis 40 Minuten am Tag vor ein Lichtgerät gesetzt, dass das natür­liche Sonnenlicht imitiert.

Wer aber mit einfachen Mitteln vermeiden will, dass Depressionen im Haushalt Einzug halten, der sollte sich darauf besinnen, sich mit seinen Freunden zu treffen, die Familie zu besuchen und sich zu bewegen. Auch Anrufe von den Liebsten können die Stimmung schnell aufhellen. Wichtig ist aber auch zu wissen: Sie sind nicht alleine! Und Hilfe findet sich nicht nur in Freunden und Familie, sondern bei großen Beschwerden bei Seelsorgern oder Ärzten.