Landrat Stefan Reuß zum Corona-Virus im Landkreis: „Lage ist angespannt“

Auch im Werra-Meißner-Kreis gibt es seit Montag den ersten bestätigten Fall des neuartigen Corona-Virus. 373 Menschen (Stand: 17.März, 23.30 Uhr) haben sich damit mittlerweile in Hessen angesteckt. Im Kreis werden derzeit die Kontaktpersonen des erkrankten Patienten gesucht und ebenfalls unter Quarantäne gestellt. Doch wie steht der Werra-Meißner-Kreis konkret in der Corona-Pandemie da?

Landrat Stefan Reuß gab darauf Antwort. „Die Lage im Werra-Meißner-Kreis ist, wie überall im Land, sehr angespannt. Es herrscht teilweise Verunsicherung, gibt Sorgen und Ängste und es gibt naturgemäß mehr Fragen als Antworten“, so Reuß gegenüber unserem Magazin „mein WMK“.

Die Gesamtlage würde sich immer wieder schnell verändern, auf neue Einschätzungen der Fachbehörde werde aber schnell reagiert. „Wir versuchen an allen Stellen, sowohl als Kreisverwaltung, wie auch die Städte und Gemeinden, schnell und bestmöglich zu informieren“, so Reuß.

Der Landrat bittet in diesen ungewissen Zeiten aber auch um Verständnis, dass dabei Fehler passieren können. „Unsere Mitarbeiter engagieren sich weit über der eigentlichen Belastungsgrenze und dies gilt besonders auch für den medizinischen und ärztlichen Bereich im ambulanten und stationären Sektor.“ Besonders wichtig ist es Stefan Reuß dabei aber, allen für den großen Zusammenhalt zu danken.

Im gleichen Atemzug ruft der Landrat aber eindringlich dazu auf, sich an die Verhaltensregeln zu halten. „Meiden Sie soziale Kontakte, halten Sie die Hygienehinweise ein und versuchen Sie, wenn nicht unbedingt erforderlich, Zuhause zu bleiben“, so Reuß.

Um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern, haben Bund und Länder indes eine Vereinbarung getroffen, die den Kontakt unter Menschen weiter einschränken wird. Denn Clubs, Bars, Kinos, Theater, Museen und ähnliches werden ab Mittwoch nicht mehr geöffnet sein.

Bildnachweis: Werra-Meißner-Kreis

Sorgen machen, dass nicht mehr eingekauft werden kann, muss sich dabei aber niemand machen. Denn alle Läden, die für die Versorgung von Menschen vorgesehen sind, bleiben ausdrücklich geöffnet!

Und auch Hamsterkäufe sind nicht notwendig, denn der Lebensmittelverband Deutschland erklärte am Dienstag, dass die Versorgung mit Lebensmitteln in den Supermärkten nicht gefährdet ist. „Denken Sie also beim Einkaufen auch an ihre Mitmenschen, vor allem an die Älteren und die Bedürftigen, die auf die Tafeln angewiesen sind“, so Geschäftsführer Christoph Minhoff. Er ruft dazu auf, Einkäufe in haushaltsüblichen Mengen zu tätigen – einen Grund komplette Klopapier-Regale zu leeren, gäbe es nicht.

Ob die Maßnahmen von Bund und Ländern wirksam gegen die Ausbreitung des Corona-Virus sind, soll sich erst nach 14 Tagen sicher feststellen lassen. Bis dahin gilt für uns alle der Aufruf des Landrats: Wascht die Hände, vermeidet unnötige Gänge in die Stadt und ganz besonders: Denkt an Eure Mitmenschen!