Maalia-Gründerin Madeleine Iffert im Interview

Digitaler Erfolg ist standortunabhängig und gut vernetzt

Das Land altert. Diese Prognose hält sich seit Jahren in der Gesellschaft. Doch wer genauer hinsieht, erkennt den entgegengesetzten Trend: Immer mehr junge Familien und auch Gründer zieht es aufs Land.

Grund dafür sind unter anderem die viel zu hohen Mieten und die Enge in den Metropolen. Für die Strukturen in ländlichen Gegenden hat das so einige Vorteile: Die Neuankömmlinge bringen frischen Wind mit, Erfahrungen, Ideen für eine bessere Vernetzung und setzen die auch engagiert um. Das erhöht die Lebensqualität aller Beteiligten und beugt Leerständen vor. Madeleine Iffert zählt zu den Start Up-Pionieren in Eschwege. Im Interview erzählt sie, warum Eschwege für sie der perfekte Gründungsboden ist und wie eine transparente Feedback-Kultur den Teamgeist stärkt.

Wie ist die Idee zu Maalia entstanden?

Madeleine Iffert: Alles begann mit der Facebookseite für das Unternehmen meiner Eltern. Die habe ich privat betreut. Zudem war ich damals schon Mitglied im Unternehmernetzwerk (BNI Rotenburg). Die anderen Mitglieder wurden auf die Seite aufmerksam und haben mich immer wieder gefragt, wer die Seite pflegt und ob die- oder derjenige auch andere Unternehmer bei der Social Media-Arbeit unterstützen kann. Das hat mir gezeigt: das Interesse und die Nachfrage ist da. Aus einem Nebenerwerb habe ich dann zusammen mit meiner Freundin und Kollegin Lina Eisenhuth den Schritt zur Start Up-Gründung von Maalia gewagt.

Wer ist Maalia?

Unser Team besteht aus vier kreativen Frauen. Das wären einmal ich, Madeleine Iffert (29 Jahre) als CEO und Gründerin der Agentur. Lina Eisenhuth (28 Jahre) ist unsere Content-Managerin. 
Viola Schake (27 Jahre) ist unsere Junior Social Media-Managerin und Saskia Ludwig (25 Jahre) kümmert sich bei uns um das Grafikdesign.

Was macht Maalia genau?

Wir unterstützen verschiedene Unternehmen aus der Region und darüber hinaus beim strategischen Aufbau und der regelmäßigen Pflege ihrer Social Media-Accounts wie Facebook, Instagram und LinkedIn. Zu unserem Kundenstamm zählen Raumausstatter, Apotheken, Handwerker, aber auch Veranstalter wie die des Johannisfestes oder des Eschweger Autokinos. Wir schreiben für unsere Kunden Strategien, die zeigen, wie sie sich auf den einzelnen Plattformen am besten präsentieren. Anschließend schulen wir entweder die Mitarbeiter des Unternehmens, sodass sie die Strategie gezielt umsetzen können. Oder wir betreuen die Accounts der Kunden direkt und sorgen für zielgruppenrelevanten Inhalt. Uns ist wichtig, dass der Kunde bei diesem digitalen Prozess immer den Überblick behält. Regelmäßige Meetings und Absprachen mit dem Kunden sind für uns daher selbstverständlich.

v.l. Saskia Ludwig, Lina Eisenhuth, Madeleine Iffert und Viola Schake. Foto: Maalia

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Warum ein digitales Start-Up in Eschwege, warum nicht in Kassel, Frankfurt, Berlin?

Diese Frage habe ich oft gehört. Viele haben sogar daran gezweifelt, dass meine Idee in Eschwege Früchte tragen wird. Für mich war die Antwort dennoch immer simpel: Es ist heute ganz egal, wo ich meinen Laptop zum Arbeiten aufklappe, denn meine Arbeit ist standortunabhängig. Wir lernen unsere Kunden persönlich kennen und schreiben, telefonieren oder skypen einfach regelmäßig mit ihnen.
Und: Ich bin ein Eschweger Kind. Hier ist meine Heimat, meine Familie und meine Freunde. München und Hannover waren für mich gute Lehrpflaster, aber mein persönliches Glück habe ich mit meiner Agentur hier in Eschwege gefunden.
Würden Sie Städtern den Werra-Meißner-Kreis als Gründerboden empfehlen? Wenn ja, warum?

Gründen kann man überall, solange man für die Idee brennt. Grundsätzlich bietet der Werra-Meißner-Kreis aber viel Potenzial für junge, motivierte Gründer: Wir befinden uns in der Mitte Deutschlands, sind also für jeden gut erreichbar. Wir müssen keine utopische Stadtmiete zahlen. Wir haben morgens keine weite Fahrt zur Arbeit. Unsere Kunden haben direkt vor der Agenturtür einen kostenfreien Parkplatz. Wir sind persönlich im Werra-Meißner-Kreis gut vernetzt, können also unsere Freunde und Bekannte regelmäßig sehen.

Auf Instagram wirkt es so, als treffen sich bei Maalia täglich vier beste Freundinnen, um die Region digital besser zu vernetzen. Ist das Teil des Firmenkonzepts oder hat sich dieses Team durch gute Auswahl so ergeben?

Bei dieser Frage haben wir alle sofort geschmunzelt und uns total gefreut. Wir sind sehr stolz auf die Leistung einer jeden Einzelnen von uns und unterstützen uns gegenseitig bei allen Vorhaben. Das macht uns als Team wirklich stark. Auf die ersten Vorstellungsgespräche haben Lina und ich uns gut vorbereitet: haben unsere Agenturwerte aufgeschrieben, unsere Ziele formuliert und unsere Philosophie formuliert. So konnten wir gezielt nach neuen Teammitgliedern suchen, die unsere Visionen und Motivation teilen. Darüber hinaus pflegen wir ein transparentes, regelmäßiges Feedback. Unser Freitagsmeeting ist das wichtigste der Woche, denn in diesen 30 Minuten geben wir uns gegenseitig Feedback über unsere Leistungen, über das was gut und schlecht gelaufen ist, was wir verbessern müssen, worauf wir stolz sein dürfen. Das ist für jede von uns befreiend. Keine geht dann mit Ärger über das Team oder die Arbeit ins Wochenende.

Worauf dürfen sich die Maalia-Fans in den nächsten Wochen freuen?

Oh, wir haben wirklich noch einige Ideen! Drei davon verrate ich jetzt schon:
Wir werden unsere Workshop-Angebote ausarbeiten und auf den Markt bringen. Wir möchten noch mehr Menschen die Möglichkeit bieten, die vielfältigen Funktionen von Facebook und Instagram besser kennenzulernen und gezielt nutzen zu können. Egal, ob im gewerblichen oder privaten Gebrauch. Für Silvester planen wir in Eschwege eine große Silvesterparty. Schluss mit der vergeblichen Suche nach einer tollen Veranstaltung für den Jahreswechsel. Und zu guter Letzt: Das Team soll größer werden und wir möchten verstärkt überregionale Kunden gewinnen.