Die fast vergessene Wunder-Frucht Quitte

Die Quitte steckt voller reichhaltiger Mineralien und ist trotzdem ein relativ unbekanntes Obst – und das trotz seiner vielseitigen Verarbeitungsmöglichkeiten. Auf den kommenden Seiten zeigen wir Euch, warum die Quitte es verdient hat, einen Platz in jedem Haushalt zu bekommen!

Seit Jahrhunderten wird die Quitte in der Heilpraxis eingesetzt, sie kann bei akuten Beschwerden, wie auch als prophylaktische Heilpflanze benutzt werden – und dennoch ist das Kernobst in den vergangenen Jahren fast in Vergessenheit geraten. Mit der Rückbesinnung auf regionale und saisonale Produkte erlebt das Obst aber derzeit eine wahre Renaissance. Und das völlig zu Recht!

Denn was die meisten Menschen nicht wissen, ist, dass die Quitte voller lebenswichtiger Mineralstoffe wie Kalium, Natrium, Zink, Eisen, Kupfer, Mangan und Fluor steckt und auch noch mehr Vitamin C hat wie ein Apfel! Im alten Griechenland war das Obst zudem das Zeichen der Aphrodite und stand für die Fruchtbarkeit. Als die Römer dann Kreta besetzten, entdeckten sie die Frucht, nahmen sie mit zurück in die Heimat und sorgten so dafür, dass sich die Quitte immer weiter verbreitete. Mit dem Aufleben der Quitte kehrt deswegen die älteste Obstkultur Deutschlands auf die Einkaufslisten zurück, denn bereits im achten Jahrhundert wurde die Quitte hierzulande schriftlich erwähnt.

Allerdings hat ihre Beschaffenheit der Quitte in den letzten Jahrzehnten nichts gutes getan. Die Quitte hat den Ruf erhalten, dass sie sich wegen ihrer harten Frucht nur schwer und sehr aufwendig verarbeiten lässt. Glücklicherweise besinnen sich viele Konsumenten mittlerweile wieder auf die Qualität der Produkte und nicht auf Preis oder Aufwand – ein Umstand, der der Quitte besonders zu Gute kommt. Denn mittlerweile wird auch in den Töpfen wieder mit den verschiedensten Quitten-Rezepten experimentiert.

Einzigartiges Aroma in der Küche

Für die heimische Küche stellt das Aroma der Quitte nämlich eine willkommene und einzigarti­ge Abwechslung dar: Von Granatapfel über Kiwi bis hin zu Zitrusfrüchten vereinigen sich darin alle Fruchtaromen dieser Erde. Außerdem enthält die Quitte natürliches Pektin, das besonders bei der Herstellung von Marmelade und Gelee zum Tragen kommt. Das Pektin sorgt für die Bindefähigkeit und den geleeartigen Zustand, ohne dass extra Gelierzucker hinzugefügt werden muss.

Eins muss aber deutlich gesagt werden: Roh sollte man eine Quitte nicht verspeisen. Die in Deutschland traditionelle Sorten der Quitte sind Verarbeitungsfrüchte, ihr Fruchtfleisch ist viel zu hart um es roh zu essen. Zwar gibt es einige Sorten – wie die Honigquitte – die veredelt wurden und deswegen auch im rohen Zustand gegessen werden können, die Regel ist das aber nicht. Deswegen werden Quitten im Allgemeinen meist zu Marmelade, Gelee oder sogar Brot und Senf verarbeitet. Aber auch in Sekt oder Apfelwein finden sich mittlerweile die Geschmacksstoffe der Quitte!

Quitten aus dem eigenen Garten

Wer Quitten frisch und aus der eigenen Hand haben möchte, der kann das Obst natürlich auch im eigenen Garten anbauen. Quitten können nicht nur als Baum in den Garten gepflanzt werden, sondern finden auch ihren Platz in einem Kübel.

Dabei sollte aber darauf geachtet werden, dass
die Quitte bei Temperaturen unter minus acht Grad in den Keller umziehen muss – ansonsten überlebt das Gewächs den Winter nicht!
Ansonsten gilt, was auch für alle anderen Topfpflanzen gilt: Bis die gewünschte Größe erreicht ist, sollte alle zwei Jahre umgetopft werden, danach kann die Pflanze mit Schnitt in der Größe und Form gehalten werden.

Ist allerdings genug Platz im Garten, gibt es nicht besseres, als einen eigenen Quittenbaum zu pflanzen! Dabei sollte man sich aber vorher entscheiden, welche der beiden Unterformen der Quitte es sein sollen. Zur Auswahl stehen die Apfel- oder die Birnenquitte, wobei die Apfelquitte eher strauchig wächst und runde Früchte bildet, die Birnenquitte eher längliche Früchte hat und pyramidal wächst.

Wegen der Winterruhe ist es zu empfehlen den Baum im Herbst zu pflanzen, so kann er über die kalte Jahreszeit hinweg schön anwurzeln. Besondere Bodenbedingungen braucht die Quitte übrigens nicht – nur kalkhaltige Böden mag sie nicht so sehr. Toll an einem Quittenbaum ist auch, dass er immer weniger Pflege braucht, umso älter er wird. Im Alter fällt dann nur hin und wieder ein Verjüngungsschnitt an, bei dem vier bis fünf Äste entfernt werden sollten.

Ist die eigene Quitte dann im Oktober geerntet, kann sie direkt verarbeitet werden! Am besten sollte das innerhalb einer Woche geschehen, die Kernfrucht kann aber bei unter zehn Grad auch lange gelagert werden, wenn sie bei der Ernte keine Druckflecken bekommen hat.

Omas Quitten-Gelee

Das wird gebraucht:
1 Kilo Quitten
1 Stange Zimt
einmal Sternanis
3 Nelken
Wasser
1 Kilo Gelierzucker pro ein Liter Saft

Und so geht‘s:
Die Quitten waschen, vom Pelz befreien und ungeschält in Stücke schneiden. Mit den Gewürzen in einen Topf geben, knapp mit Wasser bedecken und etwa zwei Stunden mit wenig Hitze weich kochen. Das Ganze über Nacht ziehen lassen.

Am nächsten Tag durch ein Tuch passieren, und dabei eventuell etwas auspressen. Achtung: Wer großen Wert auf klares Gelee legt, der sollte die Masse allerdings nicht auspressen. Für wen eine hohe Ausbeute wichtig ist, der sollte das Mus pressen.
Den aufgefangenen Saft abmessen und pro Liter Saft ein Kilo Gelierzucker zugeben. Etwa vier Minuten kochen und in heiß ausgespülte Gläser füllen. Die Gläser nach dem Befüllen sofort verschließen und fertig ist das Quittengelee!

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