Wie ein Zufall Halloween zu dem gemacht hat, was es heute ist…

Der Mythos um das Grusel-Fest

Foto: pixabay

Geister, Monster, Vampire, Grusel-­Geschichten: All das gehört fest zu den Wochen vor dem 31. Oktober, denn dann wird nicht nur in den USA Halloween gefeiert, sondern der Trend hat es in den vergangenen Jahrzehnten auch nach Europa und Deutschland geschafft.

Mit Freude verkleiden sich die Kinder in den kreativsten Kostümen und gehen von Haustür zu Haustür, um so viel Süßigkeiten wie möglich abzugreifen – und viele Erwachsene genießen die Zeit der Gruselstreifen im Fernsehen. In diesem Jahr wird es wegen der Corona-Pandemie keine Halloween-Partys geben, um Halloween aber dennoch nach Hause zu holen, wollen wir in dieser Ausgabe des meinWMK-Magazin einen Blick in die Geschichte der gewollten Gruselei werfen.

Die meisten Menschen glauben, dass der Ursprung des Halloween-Fest in den USA liegt – aber das stimmt nicht ganz! Ursprünglich soll Halloween nämlich ein Fest der Kelten in Irland gewesen sein, die am 31. Oktober das Fest „Samhain“ feierten. Hier wurde das Ende des Sommers gefeiert, denn mit der Kälte und dem Winter begann für die Kelten die „Zeit des Todes“. An „Samhain“ wurde deswegen den Verstorbenen gedacht. Die Kelten waren fest davon überzeugt, dass in der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November die Seelen der Toten auf die Erde zurückkamen, um in ihre Häuser zurückzukehren. Die heimatlosen toten Seelen jedoch spukten durch die Straßen und trieben ihr Unwesen. Erst Jahrhunderte später fingen die irischen Christen an, am 1. November Allerheiligen zu Feiern und so ihre Toten zu ehren. Ins Englische übersetzt heißt Allerheiligen „All Hallows‘ Eve“ – kurz: Halloween!

Von Irland nach Amerika

Die Tradition von Tür zu Tür zu gehen, kann übrigens auch auf die Allerheiligen-Feier zurück geführt werden. Denn einen Tag nach dem Fest gab es die „Bettelumzüge“, bei denen Bettler von Tür zu Tür gingen und nach Nahrung fragen. Im Gegenzug versprachen sie für die Toten des Hauses zu beten. Im 19. Jahrhundert landeten dann viele irische Auswanderer auf amerikanischem Boden und brachten die Tradition aus ihrer keltischen Heimat mit. Der Brauch etablierte sich, wuchs immer weiter an und schwappte dann weiter nach Europa.

Und das der Kürbis mittlerweile DAS Symbol für Halloween ist, ist im Grunde nur einem einfachen Zufall zu verdanken! Denn eigentlich war das Symbol für das Fest eine ausgehöhlte Rübe. Diese Idee geht auf die Legende von Jack zurück. Er war ein Trunkenbold, überlistete aber den Teufel und nahm ihm das Versprechen ab, nach seinem Tod nicht in die Hölle zu kommen. Als er starb und in den Himmel aufsteigen wollte, wurde ihm der Zugang verweigert, da er einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hatte. Jack musste zurück auf die Erde und zwischen den Welten wandeln. Damit er in der Dunkelheit sehen kann, gab der Teufel ihm eine ausgehöhlte Rübe und ein Stück Kohle. Da es in den USA aber wenige Rüben, aber dafür zufällig umso mehr Kürbisse gab, stiegen die eingewanderten Iren schnell auf den Kürbis als das Symbol für das Fest um. In Amerika sind die ausgehöhlten und verzierten Kürbisse bis heute als „Jack O‘Lantern“ bekannt.

Auch in Deutschland wird das Fest von Jahr zu Jahr immer beliebter. Allerdings wird bei uns nicht mehr das Fest der Kelten gefeiert, bei dem es darum geht, die Geister zu verscheuchen – hier geht es eher darum, einen Grund zu haben sich gruselig verkleiden zu können. Aber nur weil es in diesem Jahr keine Halloween-Partys geben wird, heißt es ja nicht, dass das Haus nicht wunderbar schaurig geschmückt werden kann!