Das St.Annen Second Home will Geborgenheit und Sicherheit schenken

Liebe, Geborgenheit und Sicherheit. Das sollen die wichtigsten Werte innerhalb einer Familie sein, doch nicht alle Kinder erleben dies. Wenn Gewalt und Angst das Zusammenleben bestimmen, dann gibt es oft keine andere Möglichkeit, als die Kinder aus diesem Kreislauf zu befreien. In Bad Sooden-Allendorf gibt es mit der St.Annen Second Home UG eine Wohngruppe in der diese Kindern nicht nur betreut und aufgefangen werden, sondern hier wird ihnen auch ein neues zu Hause geboten.

Geschäftsführerin Karolina Hix stand dem meinWMK nun Rede und Antwort, welche Idee eigentlich hinter der Wohngruppe steckt und warum dieses Projekt so wichtig ist.

meinWMK: Ihre Einrichtung ist ein Ort der Sicherheit, für Kinder und Jugendliche, die aus schweren Verhältnissen kommen. Wie versuchen Sie, den Bewohnern zurück in ein geordnetes Leben zu helfen?

Karolina Hix: Mit unserem Heilpädagogischen Konzept können wir individuell helfen. Halt und Sicherheit ist das was Kinder brauchen, auch Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit sind unglaublich wichtig in der Zusammenarbeit mit unseren Kids. Die Beziehung ist das A und O. Ohne Beziehung und Vertrauen gibt es keine Möglichkeit der Zusammenarbeit.

Die Wohngruppe St.Annen Second Home UG liegt im Herzen von Bad Sooden-Allendorf. Was ist das Besondere an der Wohngruppe?

Oh, Vieles! Wir sind eine kleine Wohngruppe mit einem sehr familiären Kontext. Das besondere sind unsere Mitarbeiter, die sich mit Herzblut für das Projekt engagieren. Unsere Kollegen kommen aus verschiedenen Bereichen. Diese Multiprofessionalität gibt uns eine besondere Möglichkeit die Problematiken und jeweiligen Situationen aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und dementsprechende Konzepte zu entwickeln

Die Bewohner leben alle gemeinsam unter einem Dach. Wie sieht da der Alltag aus und wie wichtig ist ein Ausgleich in der Natur?

Die naturnahe und reizarme Umgebung ist uns sehr wichtig – Bad Sooden-Allendorf ist sehr vielfältig und einfach nur wunderschön – die Kinder fühlen sich mit dem Ort sehr verbunden. Und unser Alltag ist so wie in einer normalen Familie. Der Alltag wird mit gemeinsamen Angeboten, Verantwortung unter Berücksichtigung der persönlichen Bedürfnisse geregelt.

Die Jugendlichen und Kinder in einer sicheren Umgebung zu betreuen ist viel Arbeit. Welches Team steht hinter der Wohngruppe?

Wir beschäftigen Kollegen aus unterschiedlichen professionellen Bereichen – Sozialpädagogen, Psychologen, Heil- und Erlebnispädagogen. Zusätzlich verfügen unsere Kollegen über zusätzliche Qualifikationen im therapeutischen Bereich.

Kinder und Jugendliche erfahren in Ihrer Einrichtung teilweise das erste Mal wieder ein familiäres Umfeld. Wie wichtig ist dabei ein strukturierter Tagesablauf?

Strukturen bieten Sicherheit und Sicherheit ist das Wichtigste, um sich als eigenständige Persönlichkeit entfalten zu können. Schon kleine Kinder streben danach – durch Strukturen können sie besser einschätzen was als Nächstes passiert und welche Gefahren auf sie zukommen.

Worauf sind Sie besonders stolz, wenn Sie auf ihre Bewohner sehen?

Vieles, meistens darauf, dass wir eine gute Beziehung aufbauen können, bei Kindern und Jugendlichen, wo das bisher nicht möglich war. Dass sie Vertrauen entfalten und dass sie Second Home als Zuhause sehen und nicht als Heim.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Wohngruppe?

In Bezug auf unser Team ist mir wichtig, dass unsere Mitarbeiter gerne diese Arbeit machen. Und für die Kinder wünsche ich mir Perspektiven in beruflichen und schulischen Bereichen – aber auch Akzeptanz und Toleranz. Ich wünsche mir für sie eine Zukunft ohne Angst wieder enttäuscht zu werden.