Dem Paradies so nah

Auf dem Hauptgestüt Altefeld werden nicht nur Pferdefreunde glücklich

„Das Glück der Erde, liegt auf dem Rücken der Pferde“ – und das Glück der Pferde liegt mitten im Werra-Meißner-Kreis! Denn auf dem Hauptgestüt in Altefeld lebt es sich für die Vierbeiner so schön wie an kaum einem anderen Ort in Deutschland.

Aber nicht nur Pferde finden hier ein Paradies zum Leben vor, auch auf die Menschen scheint Altefeld eine anziehende Wirkung zu haben.

Mit seinen großen Koppeln, den zahlreichen Gestütsgebäuden und der herrlichen Lage auf einer Hochebene zwischen dem Ringgau und Herleshausen, scheint es, als sei man hier in eine andere Welt eingetreten – oder direkt in einen Pferde-Filmklassiker. 1913 von Burchard von Oettingen als letztes Hauptgestüt in Deutschland erbaut, kann Altefeld mittlerweile auf über 100 Jahre erfolgreiche Zuchtgeschichte zurückblicken – und die halten seit über 30 Jahren Manfred und Doris Graf am Leben. „Die Geschichte dieses Ortes wollen wir am Leben erhalten und das nicht nur mit unseren Pferden, sondern auch mit dem Gestütsmuseum. Hier findet sich alles rund um den Aufbau des Gestüts und das Leben!“, erzählt Manfred Graf freudestrahlend.

Im Museum lernen Besucher deswegen schnell, dass das Gestüt nicht nur für seine Zucht bekannt ist, sondern auch für sportliche Erfolge. Acht Derbysieger stammen aus Altefeld und auch das 10-Millionen-Wunderpferd „Totilas“ hat seine Wurzeln im Kreis. Den meinWMK haben Manfred und Doris Graf hinter die Kulissen ihres Gestüts blicken lassen und standen uns Rede und Antwort.

Herr Graf, Sie sind 1981 aus dem Landkreis München nach Altefeld gekommen. Warum sollte es ausgerechnet der Werra-Meißner-Kreis als neue Heimat sein?

Familie Graf: Altefeld ist eine der schönsten Gestütsanlagen Deutschlands und das auch noch in einem der schönsten Flecken Deutschlands. Ich habe überall nach einem Platz gesucht, an dem ich mein Gestüt aufziehen kann, das Angebot für Altefeld kam eigentlich aus dem Nichts, aber dafür ging dann alles umso schneller. Nur wenige Tage nach der Besichtigung habe ich dann auch schon den Kaufvertrag unterschrieben!

Ihr Gestüt macht einen Großteil von Altefeld aus – aber wie viele Vierbeiner haben hier ihr zu Hause gefunden?

In erster Linie sind wir ein Grünlandbetrieb mit Pferde- und Rinderhaltung. Im Sommer sind es zwischen 50 bis 70 Pferden und 80 bis 90 Rindern. Wir möchten die zur Verfügung stehenden Koppeln nicht überweiden und gewinnen noch dazu unser eigenes Bio-Heu. Die Tiere sollen hier artgerecht und stressfrei ihr Leben verbringen können.

Mittlerweile ist das Gestüt für seine Sportpferde bekannt. Doch wie hat Ihre Zucht auf Altefeld seinen Anfang genommen?

Als wir das Gestüt übernommen haben, gab es nur noch den alten Derbysieger „Elviro“ – die Vollblüter der Vorbesitzerin waren versteigert worden. Das Gestüt hatte aber von je her einen sehr guten Ruf. Als bekannt wurde, dass es nun ein Pesionsgestüt wird, kamen die Anfragen zur Aufzucht oder Pensionshaltung praktisch von allein. Unsere eigene Zucht haben wir dann mit dem Kauf von Trakehner-, westfälischen und Vollblutstuten gestartet. Der Rest ist tatsächlich jahrelange Erfahrung!

Aber nicht nur die neue Zucht ist ein Erfolg, auf Altefeld gehen viele erfolgreiche Sportpferde zurück – auch Wunderpferd „Totilas“, richtig?

Ja, das stimmt! Totilas Wurzeln gehen zurück auf Altefelder Hengste. Über den Trakehner „Gribaldi“ stammt Totilas in direkter Linie vom Altefelder Vollblut-Haupthengst „Dark Ronald xx“ ab. Diese Abstammung ist bis heute eine der erfolgreichsten Blutlinien der Welt, sowohl für Spring-, Dressur- und Vielseitigkeitspferde! Viele auch heute noch bekannte und aktive Sportpferde haben ihre Vorfahren also aus Altefeld und damit mitten aus dem Werra-Meißner-Kreis.

Ihr Gestüt begeistert aber nicht nur mit seinen Zuchterfolgen, sondern auch mit der unglaublichen Lage – und die ist nicht nur in Nordhessen bekannt. Auch für den Kino-Hit „Ostwind“ war Altefeld Filmkulisse. Wie sind die Dreharbeiten abgelaufen?

Die Dreharbeiten zu „Ostwind“ waren eine sehr interessante Erfahrung. Das viel Arbeit hinter einem Filmdreh steckt war uns bekannt. Das Team war für elf Tage mit zehn Lastwagen mit Equipment für Garderobe, Maske, Catering und vielem mehr angereist. Das war schon eine kleine Herausforderung vor Ort, aber zum Glück gibt es auf dem Gestüt gute räumliche Voraussetzungen. Alles war bestens abgesprochen und das Filmteam hat versucht den Tagesablauf auf dem Gestüt nicht zu stören – wie auch wir versucht haben, die Dreharbeiten nicht zu behindern. Besonders gut hat es Regisseurin Katja von Garnier bei uns gefallen, denn sie hat sogar ein Pferd für zwei Jahre bei uns aufgezogen!

Zu dieser Zeit war all dieser Aufwand noch ohne Masken und Abstand möglich. Wie haben Sie die Pandemie in Altefeld erlebt?
Da hatten wir einen Vorteil durch das Leben im ländlichen Raum. Im täglichen Arbeitsablauf gab es keinerlei Einschränkungen, da wir im Vergleich zu Reitställen kaum Publikumsverkehr haben. Die Besitzer der Pferde kommen nicht täglich und während der Hochzeit der Pandemie fast gar nicht. Die Eigentümer wissen, dass ihre Vierbeiner bei uns gut aufgehoben sind. Außerdem gab es seitens der Deutschen Reiterlichen Vereinigung tatsächlich eine zeitliche Beschränkung, wenn Pferde zwischen Zucht- und Reitbetrieb wechseln sollten.

Ihr Gestüt ist ein Familienbetrieb und Ihre Töchter sind selber erfolgreiche Reiterinnen. Was wünschen Sie sich für die Zukunft von Altefeld?

Im wesentlichen hoffen wir, dass das Gestüt weiterhin so erhalten bleibt wie es derzeit ist. Wir betreiben das Gestüt nach ökologischen Gesichtspunkten, Düngen z.B. nur mit betriebseigenem Mist. Das Gestüt ist ein Naturparadies mit altem Baumbestand und einer auffälligen Vielfalt an Flora und Fauna, es ist unsere oberste Maßgabe, das alles zu erhalten. Aber natürlich gehen auch wir mit der Zeit – ganz nach unserem Credo: „Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers“.

Des Weiteren versuchen wir züchterisch mit unseren eigenen Pferden am Ball zu bleiben, indem wir Zuchtpferde der modernsten Blutlinien suchen, mit Augenmerk auf die Leistungsbereitschaft, Gesundheit und den Charakter. Für die sportlichen Erfolge sorgen dann Reiter, mit denen wir schon seit Jahren zusammen arbeiten, darunter auch unsere Tochter Elsa! Sie ist Bereiterin mit Auszeichnung und hat bisher tolle Erfolge bei der Kreismeisterschaft, der Bundesschau in Altefeld – mit selbst gezüchteten Pferden – sowie dem Oldenburger Landeschampionat in Rastede, erzielen können.

 

Finale kommt in die Kinos

„Ostwind“ kehrt zurück!

Das lange Warten hat ein Ende! Kurz vor Weihnachten kehren Ostwind, Mika und Ari nun endlich auf die große Leinwand zurück und tauchen in die magische Welt des Kunstreitens ein. Ein letztes Mal wird das Vertrauen zwischen den dreien auf die Probe gestellt, doch ihre Verbundenheit ist stärker denn je. Constantin Film bringt das von SamFilm produzierte große Finale der erfolgreichen Pferdefilmreihe „Ostwind– Der große Orkan“ am 17. Dezember in die deutschen Kinos.

Im neuen Abenteuer des Trios treibt ein heftiger Sommersturm eine reisende Pferde-Zirkus-­Show nach Kaltenbach. Ari (Luna Paiano), die sich mittlerweile gut auf dem Gestüt eingelebt hat, wird von der faszinierenden Welt des Kunstreitens magisch angezogen und will mit dem Zirkusjungen Carlo (Matteo Miska) und Ostwinds Hilfe einem alten Showpferd helfen. Doch als der fanatische Zirkusdirektor Yiri (Gedeon Burkhard) ihren waghalsigen Plan enttarnt, gerät Ostwind in Gefahr. Im letzten Moment kehrt Mika (Hanna Binke) aus Kanada zurück, denn nur mit vereinten Kräften kann es Mika und Ari gelingen, ihren geliebten Ostwind zu retten.