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„Meine besten Mitarbeiter sind Schafe!“

Naturseife aus Schafmilch handgemacht in Witzenhausen

Bloggerin, Mutter, Unternehmerin, Schäferin, Seifensiede­rin – Thea Welland (45) aus Witzenhausen ist ein wahres Multitalent. Sie bewirtschaftet ihren landwirtschaftlichen Betrieb in Eigenregie, erzieht ihre gehandicapte Tochter allein und versorgt sich ebenfalls großenteils selbst mit Produkten, die sie aus den eigenen landwirtschaftlichen Erzeugnissen herstellt.

Thea Welland

Schönheitselixir Schafmilch

Haupteinnahme-Quelle ist ihre handgemachte Seife aus Schafmilch. „Meine wichtigsten und treuesten Mitarbeiter sind also die Schafe“, sagt Thea Welland und lächelt. Ihre Schafherde besteht aus etwa 80 Tieren, zehn davon melkt sie von Mai bis Ende September täglich. Sie geben die Milch für die Seifen. Bis zu zwei Litern Milch gibt ein Schaf am Tag – viel ist das nicht. „Das ist ein Grund dafür, dass Schafmilch so wertvoll ist. Dazu kommen die Inhaltsstoffe“, erklärt Welland. „Schafmilch enthält deutlich mehr Fett, Vitamine und Mineralstoffe als andere Milch. Das macht sie zu einer perfekten Grund­lage für Beautyprodukte.“

Alles entsteht in Handarbeit

Ein Schaf gibt täglich Milch für etwa 100 Stück Seife. Die stellt Thea Welland in ihrer heimischen Seifenküche selbst her – von anrühren über in die Form füllen bis hin zur Verpackung. Jede einzelne Zutat sucht sie genau dafür aus, immer mit den Kriterien: regional, natürlich und fair-trade. Auch die Optik bestimmt Welland selbst und baut sich dafür die geeignete Form. „Verschiedene Firmen können bei mir auch Seifen in Auftrag geben. Schinkels Brauerei zum Beispiel hat bei mir eine Bierseife bestellt. Mit dem Mohn aus dem Geo-Naturpark Frau Holle habe ich für den Park eine Mohnseife kreiert“, sagt Thea Welland. Erhältlich sind ihre Naturseifen im Onlineshop und auf zahlreichen Märkten.

Für die Weihnachtszeit läuft die Seifenproduktion bereits auf Hochtouren. Die Milch für diese große Produktion hat sie über den Sommer eingefroren. Für ihre Abnehmer auf den Weihnachtsmärkten in Dresden, Leipzig und Göttingen produziert Welland zusammen mit drei studentischen Hilfskräften Seifen, Cremes, Haarseifen und Badezusätze. Und all das macht sie für ihre Kunden auf Social Media und dem Blog auf der Website transparent.
Tierwohl steht im Vordergrund

Für den Eigenbedarf dient Thea Welland die Milch ihrer Schafe für Käse. „Mir kommt auch kein anderes Fleisch auf den Tisch, als das meiner Schafe“, sagt sie. „Meine Schafe werden hier auf dem Hof geboren und sterben auch hier.“ Die Landwirtin hat bei der Tierhaltung ihre ganz eigenen moralischen Vorstellungen. Deshalb kann sie bei ihrem Betrieb weder von herkömmlicher noch von Bio-Landwirtschaft sprechen. „Ich will, dass es meinen Schafen gut geht. In dieser Hinsicht Richtlinien zu befolgen, macht das nicht wirklich möglich. Ein Beispiel dafür ist: Die Lämmer bleiben über zwei Monate bei ihren Müttern, bevor sie in die übrige Herde integriert werden. Das ist im Hinblick auf die üblichen Richtlinien zu lange. Ich finde es richtig und tiergerecht.“

Mit Pippi Lotta fing alles an

Viel Freizeit bleibt Thea Welland neben Landwirtschaft, Mutter-Dasein und Seifenproduktion nicht. Aber sie kann sich kein anderes Leben vorstellen. Schon als kleines Kind kündigte sie ihren Eltern an: „Ich will Landwirtin werden.“ Und das obwohl Thea Welland mit Landwirtschaft keine Erfahrung hatte. „Ich bin in Hannover aufgewachsen. Meine Mutter war Lehrerin, mein Vater Elektroniker. Über Praktika und mein Agrarwissenschaftsstudium bin ich zu dem gekommen, was ich heute mache.“ 2004 bestand Welland ihr Diplom und kaufte sich Schafdame Pippi Lotta. Nach und nach wuchs nicht nur die Schafherde, sondern auch Thea Welland an ihren Aufgaben und der Umsetzung ihrer Ideen. „Es ist viel Arbeit und ich brauche ein gutes Netzwerk – aber ich wollte es immer so und ich will es jeden Tag nur so!“

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